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Auch eine gemeinnützige Organisation wie das Rote Kreuz braucht Regeln:

angefangen von den Genfer Konventionen, die einen Sanitätsdienst und andere Hilfeleistungen in Kriegsgebieten erst möglich machen, bis hin zu den gelebten Regeln der Zusammenarbeit in einer Gemeinschaft wie die Sanitätsbereitschaften - ohne diese Regeln wären keine Gemeinschaften und erst recht keine gemeinsamen Leistungen dieser Gemeinschaften denkbar.

Die grundlegenden Regeln, die notwendig sind, um Menschlichkeit möglich zu machen, wollen wir Ihnen hier nach und nach vorstellen


Ihr DRK-OV Sindelfingen

 

Die Grundsätze des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes

Die Grundsätze wurden von der XX. Internationalen Rotkreuzkonferenz 1965 in Wien proklamiert. Sie beruhen auf den Forderungen und Anregungen Henry Dunants nach der Schlacht von Solferino 1859 zur Bildung und zum Einsatz von Freiwilligenverbänden zur Hilfeleistung nach Kriegshandlungen und vergleichbaren Ereignissen.  

Der vorliegende angepasste Text ist in den Statuten der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung enthalten, die von der XXV. Internationalen Rotkreuzkonferenz 1986 in Genf angenommen wurden.
 
Die Grundsätze sind der Kern des Selbstverständnisses der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung weltweit und damit verbindliche Grundlage für alle Satzungen und alle anderen Regeln der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Sie stellen zudem verbindliche Vorgaben für die Auslegung und Interpretation aller  Satzungen und Regeln auch des Deutschen Roten Kreuzes dar. Die Grundsätze sind verbindlich bis "hinunter" zu den ungeschriebenen Verhaltensregeln innerhalb der einzelnen Rotkreuz oder Rothalbmond-Gemeinschaften.

Die Grundsätze sind in ihrer Bedeutung hierarchisch aufgebaut. Oberster Grundsatz ist die Menschlichkeit. Alle anderen Grundsätze haben dabei nur den Sinn und Zweck, der Menschlichkeit zum Durchbruch zu verhelfen. So soll der Grundsatz der Neutralität  den Gemeinschaften des Roten Kreuzes ermöglichen, im Sinne der Menschlichkeit tätig zu werden. Dies wäre nicht möglich, wenn z.B. eine der beteiligten Seiten an Kriegshandlungen annehmen müsste, das Rote Kreuz stünde auf Seiten des "Gegners". Die Neutralität muss jedoch enden, wo sie selbst unmenschlich und damit zum Selbstzweck wird. Unmenschlichkeit zu dulden, nur um Neutral bleiben zu können, ist nicht nur widersinnig, sondern widerspricht auch dem Selbstverständniss der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung
.
 

Menschlichkeit

   Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, entstanden aus dem Willen, den Verwundeten der
   Schlachtfelder unterschiedslos Hilfe zu leisten, bemüht sich in ihrer internationalen und nationalen Tätigkeit,
   menschliches Leiden überall und jederzeit zu verhüten und zu lindern. Sie ist bestrebt, Leben und Gesundheit
   zu schützen und der Würde des Menschen Achtung zu verschaffen. Sie fördert gegenseitiges Verständnis,
   Freundschaft, Zusammenarbeit und einen dauerhaften Frieden unter allen Völkern.
  

Unparteilichkeit

   Die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung unterscheidet nicht nach Nationalität, Rasse, Religion, sozialer
   Stellung oder politischer Überzeugung. Sie ist einzig bemüht, den Menschen nach dem Maß ihrer Not zu helfen
   und dabei den dringendsten Fällen den Vorrang  zu geben.
 

Neutralität

    Um sich das Vertrauen aller zu bewahren, enthält sich die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung der Teilnahme
    an Feindseligkeiten wie auch, zu jeder Zeit, an politischen, rassischen, religiösen oder ideologischen
    Auseinandersetzungen.
  

Unabhängigkeit

    Die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung ist unabhängig. Wenn auch die Nationalen Gesellschaften den Behörden
    bei ihrer humanitären Tätigkeit als Hilfsgesellschaften zur Seite stehen und den jeweiligen Landesgesetzen
    unterworfen sind, müssen sie dennoch eine Eigenständigkeit bewahren, die ihnen
    gestattet, jederzeit nach den Grundsätzen der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung zu handeln
.  

Freiwilligkeit

    Die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung verkörpert freiwillige und uneigennützige Hilfe ohne jedes Gewinnstreben. 

Einheit

   In jedem Land kann es nur eine einzige Nationale Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaft geben. Sie muss allen
   offen stehen und ihre humanitäre Tätigkeit im ganzen Gebiet ausüben.n jedem Land kann es nur 
   eine einzige Nationale Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaft geben. Sie muss allen offen stehen und ihre
   humanitäre Tätigkeit im ganzen Gebiet ausüben.In jedem Land kann es nur eine einzige Nationale
   Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaft geben. Sie muss allen offen stehen und ihre humanitäre Tätigkeit 
   im ganzen Gebiet ausüben.
 

Universalität

   Die Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung ist weltumfassend. In ihr haben alle Nationalen Gesellschaften gleiche
   Rechte und die Pflicht, einander zu helfen.n jedem Land kann es nur eine einzige Nationale Rotkreuz- und
   Rothalbmondgesellschaft geben. Sie muss allen offen stehen und ihre humanitäre Tätigkeit im ganzen Gebiet
   ausüben.In jedem Land kann es nur eine einzige Nationale Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaft geben. Sie muss
   allen offen stehen und ihre humanitäre Tätigkeit im ganzen Gebiet ausüben.
 


Weitere Regelungen


Neben den genannten Grundsätzen gibt es auf nationaler und internationaler Ebene der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung noch eine Reihe weiterer, sehr wichtiger Regelungen. Da ist zunächst auf internationaler Ebene das

> Humanitäre Völkerrecht

mit seinen Regelungen zum Schutz der Verwundeten, Kriegsgefangenen und der Zivilbevölkerung in Kreigszeiten und den Vorgaben für den sicheren Einsatz der Sanitätshelferinnen und -helfer unter den international vereinbarten Schutzzeichen. Dies Vorgaben und Regelungen machen einen Sanitätseinsatz der Rotkreuz- und rothalbmondbewegung in Krisenzeiten überhaupt erst möglich.

Auf nationaler Ebene muss sich das Deutsche Rote Kreuz wie alle Vereine an die nationalen vereinsrechtlichen Vorgaben halten. Diese verlangen, dass die notwendigsten Regelungen für den Bestand eines Vereins in Form einer

> Satzung

festgehalten werden. Hier wird auch geregelt,  wie die für einen Verein verbindlich vorgegebenen Organe "Vorstand" und "Mitgliederversammlung" organisatorisch ausgestaltet sind, welche  konkreten Aufgaben, Funktionen und Verantwortlichkeiten sie haben und welche weiteren Organe ihnen zur Erfüllung der Vereinsaufgaben zur Verfügung stehen.  Im Deutschen Roten Kreuz gibt es mehrere eigenständige Vereine auf verschiedenen Hierarchieebenen - so z.B. das DRK-Präsidium als "Bundesverein", die Landesverbände, die Kreisverbände und die Ortsvereine, wobei letztere nur teilweise auch rechtlich eigenstänständige Vereine mit Zusatz e.V. sind.  Die Satzungen der "DRK-Verein" können z.T. unterschiedliche Regelungen enthalten, wobei die Satzung des DRK-Präsidiums die verbindliche Vorgabe für eine einheitliche Regelung der grundlegenden Aspekte der Organisation und des Selbstverständnisses als Rotkreuzgemeinschaft darstellt.

Das Zusammenleben und die Zusammenarbeit in den einzelnen DRK-Vereinen und DRK-Gemeinschaften ist vorwiegend in

> Dienstordnungen

festgelegt, wie von der jeweils nächst höheren Hierarchieebene erlassen werden. So wird die Dienstordnung der DRK-Sanitätsbereitschaften von den Mitgliederversammlungen der Landesverbände beschlossen. Neben der allgemeinen Dienstordnung für Sanitätsbereitschaften gibt es noch

> die allgemeinen Dienstordnungen der Berg- und Wasserwacht
> die Dienstbekleidungsordnung
> die Ordnung für Belobigungen und Disziplinarverfahren.

Technische und organisatorische Details werden schließlich in

> Rahmenrichtlinien
> Dienstanweisungen
> Technischen Regeln

und vergleichbaren Regelwerken festgelegt.

Am wichtigsten jedoch sind die

> ungeschriebenen, gewachsenen Verhaltensregeln

der vielen Gemeinschaften im DRK, die von Gemeinschaft zu Gemeinschaft unterschiedlich sind, kommen und gehen, einem dauernden Wandel unterliegen und dennoch darüber entscheiden, ob sich die Menschen in diesen Gemeinschaften wohl fühlen und dabei bleiben oder nicht. Sich dieser ungeschriebenen Regeln bewusst zu machen und auf ihre Sinnhaftigkeit und Akzeptanz hin zu prüfen ist daher Daueraufgabe aller Gemeinschaften, die auf Dauer bestehen bleiben und funktonieren wollen.  

 

 

 
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