Bombenfunde beim „Daimler“ halten DRK in Atem - Dank an Fördermitglieder und ehrenamtlich Aktive PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: W.Bux   
Sonntag, 30. April 2017 um 15:23 Uhr

Drei Bombenfunde in der Baustelle im Mercedes Benz-Werk der Fa. Daimler in Sindelfingen haben vor Ostern den ehrenamtlichen Angehörigen des DRK im Kreis Böblingen und besonders des DRK Sindelfingen einiges abverlangt. Jeweils über hundert Helferinnen und Helfer waren mehrere Stunden im Einsatz, um  - zusammen mit Polizei und Feuerwehr – die betroffenen Anwohner zu informieren und zu bitten zur eigenen Sicherheit ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. In nahe gelegenen Hallen wurden die so evakuierten Anwohner von DRK-Angehörigen betreut und versorgt. Daneben mussten auch kranke und nicht mobile Anwohner in Sicherheit gebracht und sanitätsdienstlich angemessen behandelt werden.

Zum Glück wurden sozusagen nur die „Kleinwagen“ unter den im zweiten Weltkrieg über dem Daimlergelände abgeworfenen Bomben mit bis zu 250 kg Sprengladung gefunden, so dass der Evakuierungsradius „nur“ rund 1300 Anwohner betraf. Wären die „Limousinen“ unter den Bomben mit bis zu 500 kg Sprengladung gefunden worden, hätte sich der Evakuierungsradius verdoppelt und die Zahl der Evakuierten sogar verdreifacht.

Bei den Planungen nach dem ersten Bombenfund wurde auch ein Fund einer solchen großen Bombe „durchgespielt“ – wie die Planer sagen. Die Evakuierung von bis zu 5000 Menschen – darunter viele, die ohne sanitätsdienstliche Versorgung und Unterstützung ihre Wohnungen nicht verlassen hätten können – hätte wohl die Sicherheitsbehörden, die Feuerwehr und das DRK an den Rand der Leistungsfähigkeit gebracht. Nicht nur der Umfang, sondern auch die Vielfalt der zu bewältigenden Aufgaben steigen bei einer solchen Zahl von zu Evakuierenden immens.

Damit eine solche Leistung überhaupt erbracht werden kann, ist neben einer Vielzahl ehrenamtlich Tätiger vor allem deren Anwerbung, Ausbildung und Ausrüstung – man nennt dies „Vorhalten“ - erforderlich … und das kostet Geld. Geld, das den ehrenamtlichen DRK-Aktiven die DRK-Fördermitglieder zu Verfügung stellen und ohne das das DRK diese Zahl der Aktiven nicht „vorhalten“ könnte. Dabei muss man wissen, dass es nicht möglich ist, erst bei einem Schadensfall – wie in diesem Fall bei einem Bombenfund – nach Helfern und Unterstützern zu suchen. Selbst wenn man sie finden würde, sie wären dafür weder ausgebildet noch ausgerüstet - und die staatlichen Institutionen sind bei der Gefahrenvorsorge sehr knausrig geworden – für das Vorhalten der Helfer gibt es keine Unterstützung und ob das DRK für seinen ehrenamtlichen Einsatz bei den Evakuierungen überhaupt einen finanziellen Ausgleich für seine Aufwendungen bekommt, steht in den Sternen.

Somit haben die Sindelfinger es vor allem den Fördermitgliedern des DRK zu verdanken, dass die Evakuierungen anlässlich der Bombenfunde so reibungslos bewältigt werden konnten. Fördermitgliedschaft in DRK ist eben gelebte Solidarität.


Impressionen von den Einsätzen:

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 10. Mai 2017 um 21:39 Uhr
 
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