Fortbildungspremiere: Besuch des DRK Sindelfingen beim Anatomischen Institut der Uni Erlangen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: W.Bux   
Mittwoch, 24. Mai 2017 um 20:28 Uhr

Sindelfingen liegt fast noch im Tiefschlaf, als sich 18 Rotkreuzler der Sanitätsbereitschaft Sindelfingen am frühen Morgen vor ihrem DRK-Heim in der Waldenbucher Straße treffen.

Die 18 ehrenamtlichen Helfer hatten im vergangenen Jahr die meisten Dienststunden geleistet. Als Anerkennung, dürfen Sie nun einen Ausflug zur Fortbildung der besonderen Art machen, mit dem Ziel: realitätsnahes Kennenlernen des menschlichen Körpers am anatomischen Institut der Universität Erlangen. Die Kälte der Nacht ist noch nicht gewichen, als die Fahrt Richtung Erlangen beginnt.

Gegen 10 Uhr begrüßt der wissenschaftliche Mitarbeiter der Instituts, Herr Dr. Buder, die DRKler aus Sindelfingen und stellt ihnen zunächst die Universität vor. Danach erzählt er ausführlich von den Möglichkeiten einer Körperspende nach dem Tod für die wissenschaftliche Forschung. Von Organspenden hatten die DRKler schon gehört, doch von der postmortalen Körperspende für die Wissenschaft wussten nur die wenigsten. Dann wurde es ernst und dem einen oder anderen Rotkreuzler wurde es etwas mulmig, als sie vor der großen Tür zum Lehrraum der Anatomie standen und auf den Beginn der anatomischen Vorlesung am realen Objekt warteten.

Nachdem alle aus Hygienegründen in blaue OP-Kittel gehüllt waren, bat Dr. Buder die Rotkreuzler an einen „Lehrtisch“, an dem unter der Woche Medizinstudenten in die Anatomie des Menschen am realen Körper eingewiesen werden, nach dem Motto „an Toten lernen um Lebenden zu helfen“. Dr. Buder zeigte und erläuterte am offenen Brust- und Bauchraum einer weiblichen Leiche die einzelnen Organe u. a. das Herz, die Lunge, die Leber, Milz und den kompletten Darmtrakt. Die Atmosphäre unter den Rotkreuzlern war sehr interessiert aber stets pietätsvoll, und so blieb beim Leichnam der Kopf in einem gelben Tuch verhüllt.

Unermüdlich beantwortete Dr. Buder all die Fragen der DRKler. Nach insgesamt 5 Stunden endlich verabschiedeten sich die Sanitäterinnen und Sanitäter des DRK Sindelfingen mit einem viel mehr an anatomischen Hintergrundwissen, das ihnen in sehr freundlicher und kompetenter Art und Weise vermittelt worden war.

Zukünftig werden die beteiligten DRKler durch die Fortbildung eine realitätsnahe Vorstellung von dem haben, was im Körper eines Menschen bei der Durchführung von Sanitätsmaßnahmen passiert. Durch das Gesehene und Gehörte können sie insbesondere im Brust- und Bauchraum Sanitätsmaßnahmen nun gezielter und zweckmäßiger durchführen.

Durch seine Kontakte die Fortbildung möglich gemacht hat Herr Sinan Erkin, Mitglied und Ausbilder in der DRK-Sanitätsbereitschaft Sindelfingen - natürlich geht auch ein ganz großes Dankeschön an Dr. Buder, der mit großem Engagement und viel Geduld viel Fachwissen an die DRK-Helferinnen und Helfer weiter gegeben hat.

 

Susanne Krug 14.5.2017

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 08. Juni 2017 um 08:49 Uhr
 
Valid XHTML & CSS | Template Design | Copyright © by